Psychodynamische Praxis ist von einer spezifischen Herangehensweise gekennzeichnet, die eine Haltung, eine Form der Wahrnehmung und ein ganz eigenes Verstehen umfasst. Sie ermöglicht es, mit der Offenheit und Frische des Therapiegeschehens produktiv zu arbeiten, ohne diesem immer neue Konzepte oder Techniken „auferlegen“ zu müssen.
Im Workshop werden wir uns Schritt für Schritt ein theoretisches und praxisbezogenes psychodynamisches Fundament erarbeiten, das die verhaltenstherapeutische Fallkonzeption und Behandlung von Beginn an trägt, ergänzt und „behütet“. Durch die Sensibilisierung für unbewusste Wirkfaktoren können blinde Flecke, Fallstricke und mögliche Rückfälle frühzeitig erkannt, mit den psychodynamischen Instrumenten verstanden und ggf. verhaltenstherapeutisch bewältigt werden.
Auch die verhaltenstherapeutischen Techniken werden als etwas zu Deutendes verstanden, was zu Modifizierungen und einem tieferen Verständnis in ihrer Anwendung führen kann. Die therapeutische Praxis wird dadurch umfassender und zugleich präziser. Indem wir das eigene Erleben als bedeutungstragendes Therapieelement einbeziehen, werden darüber hinaus innere Freiheit, Wohlbefinden und Sinnerleben gefördert.
Zielgruppe
Psychologische Psychotherapeut:innen mit verhaltenstherapeutischer Fachkunde und verhaltenstherapeutische Aus- und Weiterbildungskandidat:innen, die an einer psychodynamischen Sicht auf das Therapiegeschehen interessiert sind und deren Erkenntnisse in ihre Praxis integrieren wollen.
Ziele
- Grundkonzepte psychodynamischer Tradition praxisnah verstehen
- die Fallkonzeption mittels psychodynamischer Herangehensweisen tiefenpsychologisch fundieren und die Therapie entsprechend planen
- Fallstricke und Probleme im Therapieverlauf frühzeitig erkennen, verstehen und ggf. verhaltenstherapeutisch bewältigen
- Förderung von innerer Freiheit, persönlicher Integration und Erschließung neuer Handlungspotenziale
Inhalte
- Vorstellung der theoretischen Grundlagen psychodynamischen Denkens
- diagnostischer Nutzen von Erstbegegnung und der sich darin abbildenden Szenen
- Erarbeitung der Fallkonzeption auf Grundlage von Erstbegegnung, Biografie und Symptomatik; Rückbezug zum verhaltenstherapeutischen Fallverständnis; ggf. Ergänzungen und Anpassungen
- Erarbeitung einer psychodynamischen Arbeitsgrundlage für die laufende Therapie
- psychodynamisches Verstehen auftauchender Phänomene und deren verhaltenstherapeutische Bewältigung
- Rückbezug auf eigene Fälle und Therapiesituationen
Methoden
- Präsentation der Inhalte mittels PowerPoint
- gemeinsame Erarbeitung der Inhalte an Flipchart und in Kleingruppen
- Bearbeitung von Videobeispielen und Fallvignetten
- ggf. Rollenspiele
- Kleingruppenarbeit und Diskussion der Inhalte
- Bearbeitung von Arbeitsblättern
Literatur
-
Reichardt, A. (2023). Tiefenpsychologisch fundierte Verhaltenstherapie. Psychodynamisch denken - verhaltenstherapeutisch handeln. Stuttgart: Schattauer.
Fr., 16.10. und Sa., 17.10.2026,
jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr
Der ermäßigte* Preis liegt bei 344,00 €.
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