ADHS im Erwachsenenalter – Aktuelle Erkenntnisse zu Diagnostik und Therapie mit besonderem Fokus auf DBT

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) persistiert bei einem erheblichen Teil der Betroffenen bis ins Erwachsenenalter und ist häufig mit psychosozialen Einschränkungen sowie komorbiden psychischen und auch körperlichen Erkrankungen verbunden. Auf der anderen Seite geht ADHS auch mit Stärken und Ressourcen einher. Der Workshop bietet einen praxisorientierten Überblick über evidenzbasierte Behandlungsansätze bei ADHS im Erwachsenenalter mit besonderem Fokus auf ein dialektisch-behavioral orientiertes Gruppentherapiekonzept.

Im Zentrum stehen multimodale Therapieansätze, die pharmakologische Behandlung mit psychotherapeutischen Interventionen verbinden. Das vorgestellte DBT-basierte Gruppenkonzept adressiert insbesondere Schwierigkeiten in Emotionsregulation, Impulskontrolle, Aufmerksamkeit und Alltagsstrukturierung. Auch neue digitale Tools werden vorgestellt. Anhand klinischer Fallbeispiele und praktischer Übungen werden zentrale Methoden vermittelt und deren Umsetzung im therapeutischen Alltag diskutiert. 


Ziele

Ziel des Workshops ist es, Teilnehmenden konkrete therapeutische Werkzeuge an die Hand zu geben und ein vertieftes Verständnis für ADHS und wirksame Behandlungsstrategien zu fördern.

Zielgruppe

  • (Fach)Ärzte und (Fach)Ärztinnen
  • Psychologische Psychotherapeut:innen
  • Fachkräfte aus Medizin, Psychologie und Therapie
  • Studierende
  • Interessierte Betroffene und Angehörige

Ihre Dozentin

Prof. Dr. med. Philipsen, Alexandra
Prof. Dr. med. Philipsen, Alexandra

Prof. Dr. med. Alexandra Philipsen ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn. Gleichzeitig war und ist sie als Stellvertretende bzw. Kommissarische Ärztliche Direktorin und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Bonn tätig. Sie promovierte 1998 im Bereich Neuropädiatrie und habilitierte 2009 mit einer Arbeit über die Ätiologie, Diagnostik und Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter. Vor ihrer Bonner Berufung wirkte sie an der Universitätsklinik Freiburg und war erste Direktorin der Psychiatrischen Universitätsklinik der European Medical School Oldenburg-Groningen sowie Prodekanin der medizinischen Fakultät.Ihre Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung und Evaluation innovativer, translationaler Therapieansätze bei ADHS und anderen psychiatrischen Störungsbildern mit Emotions- und Impulsregulationsproblemen. Sie ist zudem international vernetzt, u. a. als Gründungsmitglied der World Federation of ADHD und Mitherausgeberin zu führenden Publikationen im Bereich der ADHS im Erwachsenenalter.

Literatur

  • Ostinelli EG, Schulze M, Zangani C, Farhat LC, Tomlinson A, Del Giovane C, Chamberlain SR, Philipsen A, Young S, Cowen PJ, Bilbow A, Cipriani A, Cortese S. Comparative efficacy and acceptability of pharmacological, psychological, and neurostimulatory interventions for ADHD in adults: a systematic review and component network meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2025 Jan;12(1):32-43. doi: 10.1016/S2215-0366(24)00360-2. PMID: 39701638.

  • Faraone SV, Bellgrove MA, Brikell I, Cortese S, Hartman CA, Hollis C, Newcorn JH, Philipsen A, Polanczyk GV, Rubia K, Sibley MH, Buitelaar JK. Attention-deficit/hyperactivity disorder. Nat Rev Dis Primers. 2024 Feb 22;10(1):11. doi: 10.1038/s41572-024-00495-0. Erratum in: Nat Rev Dis Primers. 2024 Apr 15;10(1):29. doi: 10.1038/s41572-024-00518-w. PMID: 38388701.

Mo., 24.08.2026 (09:00 bis 17:00 Uhr)

Kurs-Nummer
22-01
Fortbildungs­punkte
8
Unterrichts­einheiten
8
290,00 €

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