Körper-Psycho­therapie für Psycho­therapeut:innen

Diese Seminare richten sich an Psychotherapeut:innen, die in niedergelassener Praxis oder im Bereich der ambulanten und stationären psychotherapeutischen Klinik arbeiten; wir bieten den Teilnehmern:innen einen aktuellen Überblick über körper- und ressourcenorientierte psychologische Therapien an (Theorie und praktische Interventionsstrategien) die therapeutischen Prozesse strukturieren. Im Mittelpunkt stehen die sich mit/an und durch die direkte Körpererfahrung ereignenden Prozesse; diese sind als fundamentale  Aspekte des Selbsterlebens bedeutsam für die Vernetzung und Bereicherung verbaler Interaktionen.   

Zu Beginn des Seminars geben wir eine kurze Einführung in die aktuellen theoretischen Grundlagen (wichtigste Schwerpunktthemen) der KPT.  Die Seminare sind ansonsten hauptsächlich erlebnis- und prozessorientiert und am Beispiel der eigenen leiblichen Selbsterfahrung ausgerichtet; zugleich werden wichtige theoretische Leitlinien für die körperorientierte psychotherapeutische Prozessarbeit innerhalb der Sequenzen besprochen, erörtert und vertieft. Die Teilnehmenden sind eingeladen, Fallvignetten ihrer klinischen Praxis vorzustellen und derart in das Seminar einzubringen. Dabei werden wir im Seminar Schwierigkeiten im therapeutischen Prozess im Kontext der eigenen verankerten und verkörperten Reaktionsmuster betrachten, um neue und kreative Wege zur Problemlösung zu erkunden.   


Zielgruppe

Diese Seminare richten sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut:innen, die daran interessiert sind, etwas über das Gebiet der klinischen Körperpsychotherapie als angewandter Wissenschaft der Embodiment-Forschung zu lernen. Von den Teilnehmer:innen wird erwartet, dass sie bereit sind, ihre eigenen emotionalen und haltungs/-bewegungsimmanenten Reaktionsweisen und Verkörperungsmuster zu erkunden, dies insbesondere am konkreten Beispiel der somatischen Marker im Umgang mit Patienten.

Inhalte

Seminar-Struktur 

Jede:r Teilnehmer:in ist eingeladen, 1-2 kurze Vignetten einzureichen, in denen die wichtigsten Schwierigkeiten und die damit verbundenen Gedanken, Gefühle, und körperlichen Reaktionen, die dieses Szenario hervorruft, kurz beschrieben werden. 
Der Workshop wird den Teilnehmer:innen zunächst dabei helfen, ein umfassenderes und ganzheitlicheres Verständnis der eigenen vollständig verkörperten Repertoires zu entwickeln. Wir werden die Szenarien erlebnisorientiert „erforschen“ und mit intrinsischen Lösungen und alternativen Verhaltensweisen experimentieren.    



Methoden

Seminar-Arbeit

  • Selbsterfahrendes Lernen - Arbeiten mit szenischen Inszenierungen 
  • Verkörperte Kognition – Wahrnehmungs- und Sensibilisierungstechniken / emotionales Ausdrucksverhalten und nonverbale Kommunikation (inklusive Arbeit mit ‚Körpersprache‘ in Haltung und Gestik) sowie Entspannungstechniken 
  • Elemente aus der Spieltherapie - Simulation / Spiegelung, usw. 
  • Affekt-Regulierung am Beispiel konkreter körperlicher Interventionen 
  • Somatische (Gegen-) Übertragung, Psychodrama 
  • Erforschung alternativer Verhaltensweisen in schützenden / sicheren Umgebungen 
  • Symbolische Wunsch-Erfüllung, korrektive emotionale Erfahrungen  
  • Positive Bestätigung, Trainingselemente zur Selbtwirksamkeit ujnd zum ‚Grounding‘ 
  • Arbeiten mit natürlichen Objekten ("Gefühlszuständen") und Übergangsobjekten
  • (auch) Arbeit mit kreativen Medien (z.B. Skulptur, Musikinstrumente, stimmliche Intonation

Literatur

Wissenschaftlicher Hintergrund und weiterführende Literatur


Forschungen in den kognitiven Wissenschaften, der Neurophysiologie und vor allem im Bereich der affektiven Neurowissenschaften haben gezeigt, wie wichtig körperliche Erfahrungen für die Selbstregulierung und Interaktion mit anderen im sozialen Kontext sind. Emotionen versorgen uns mit zentralen Schnittstellen-Funktionen für Regulierungsprozesse. Einfühlungsvermögen und Mitgefühl sind grundlegende Fähigkeiten für eine wirksame Psychotherapie die von einer stützend-empathischen therapeutischen Beziehung massgeblich abhängt. Emotionen sind in der KPT verstanden als komplexe und vollständig verkörperte Sensoren für Veränderungen in unserer unmittelbaren Umgebung. Sie helfen uns dabei, verschiedene Aspekte der Physiologie, der Wahrnehmung, des Verhaltens und der Motivation so anzupassen, dass sie die Fähigkeit verbessern, mit schwierigen Situationen fertig zu werden. Erlebnisorientierte Psychotherapien wie die KPT betonen die Wichtigkeit von emotionalen (Affekt-) Regulationsprozessen, von Wahrnehmung and nonverbaler Komunikation sowie die therapeutische Relevanz von Re-Inszenierungen oder von ausdrucksvollem Verhalten. 


Literatur

  • Frank Röhricht (2000) Körperorientierte Psychotherapie psychischer Störungen, Hogrefe
  • Maren Langlotz-Weis (2019) Körperorientierte Verhaltenstherapie, Reinhardt-Verlag

Sa., 07.11. und So., 08.11.2026,
jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Kurs-Nummer
01 - 213
Unterrichts­einheiten
16
430,00 €

Der ermäßigte* Preis liegt bei 344,00 €.

accessibility
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