Zu Beginn des Seminars geben wir eine kurze Einführung in die aktuellen theoretischen Grundlagen (wichtigste Schwerpunktthemen) der KPT. Die Seminare sind ansonsten hauptsächlich erlebnis- und prozessorientiert und am Beispiel der eigenen leiblichen Selbsterfahrung ausgerichtet; zugleich werden wichtige theoretische Leitlinien für die körperorientierte psychotherapeutische Prozessarbeit innerhalb der Sequenzen besprochen, erörtert und vertieft. Die Teilnehmenden sind eingeladen, Fallvignetten ihrer klinischen Praxis vorzustellen und derart in das Seminar einzubringen. Dabei werden wir im Seminar Schwierigkeiten im therapeutischen Prozess im Kontext der eigenen verankerten und verkörperten Reaktionsmuster betrachten, um neue und kreative Wege zur Problemlösung zu erkunden.
Zielgruppe
Inhalte
Jede:r Teilnehmer:in ist eingeladen, 1-2 kurze Vignetten einzureichen, in denen die wichtigsten Schwierigkeiten und die damit verbundenen Gedanken, Gefühle, und körperlichen Reaktionen, die dieses Szenario hervorruft, kurz beschrieben werden.
Der Workshop wird den Teilnehmer:innen zunächst dabei helfen, ein umfassenderes und ganzheitlicheres Verständnis der eigenen vollständig verkörperten Repertoires zu entwickeln. Wir werden die Szenarien erlebnisorientiert „erforschen“ und mit intrinsischen Lösungen und alternativen Verhaltensweisen experimentieren.
Methoden
- Selbsterfahrendes Lernen - Arbeiten mit szenischen Inszenierungen
- Verkörperte Kognition – Wahrnehmungs- und Sensibilisierungstechniken / emotionales Ausdrucksverhalten und nonverbale Kommunikation (inklusive Arbeit mit ‚Körpersprache‘ in Haltung und Gestik) sowie Entspannungstechniken
- Elemente aus der Spieltherapie - Simulation / Spiegelung, usw.
- Affekt-Regulierung am Beispiel konkreter körperlicher Interventionen
- Somatische (Gegen-) Übertragung, Psychodrama
- Erforschung alternativer Verhaltensweisen in schützenden / sicheren Umgebungen
- Symbolische Wunsch-Erfüllung, korrektive emotionale Erfahrungen
- Positive Bestätigung, Trainingselemente zur Selbtwirksamkeit ujnd zum ‚Grounding‘
- Arbeiten mit natürlichen Objekten ("Gefühlszuständen") und Übergangsobjekten
- (auch) Arbeit mit kreativen Medien (z.B. Skulptur, Musikinstrumente, stimmliche Intonation
Ihre Dozent:innen
Frank Röhricht arbeitet als Psychiater, Körperpsychotherapeut und Medizinischer Direktor für Forschung, Innovation und Facharzt-Weiterbildung in London und ist darüber seit über 25 Jahren selbständig als Gruppenpsychotherapeut und Ausbilder im deutschen Sprachraum beschäftigt. In den letzten 10 Jahren hat er ein Fortbildungs-Angebot fürniedergelassene oder an Kliniken arbeitende psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen gemeinsam mit Frau Langlotz-Weis entwickelt und angeboten. Dieses neue Format bietet die Möglichkeit in supervisorischer Selbst-Erfahrung die Arbeit mit körperorientierten Interventionen kennen zu lernen und im Rahmen von Weiterbildungs-Workshops in die etablierte Praxis zu integrieren. Als „Honorary Professor für Klinische Psychiatrie“ am Wolfson Institute for Preventive Medicine, Queen Mary University London ist Frank Röhricht zudem federführend an der Entwicklung und Evaluation der Körperpsychotherapie (KPT) beteiligt und in den Jahren 2019-2022 entwickelte er den ersten universitären Masterstudiengang zum Schwerpunkt KPT in Europa/Asien (Istanbul/Türkei).
Studium der Psychologie in Kiel, anschließend fünf Jahre am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München mit Promotion und VT-Ausbildung, danach vier Jahre Leitende Psychologin an der Psychosomatischen Fachklinik Bad Dürkheim. Weiterbildungen in Psychodrama, Körperpsychotherapie, systemischer und Hypnotherapie.Seit 1985 Niederlassung in eigener Praxis als Verhaltenstherapeutin für Erwachsene. Seit Gründung des Ausbildungsinstituts IFKV Bad Dürkheim 1986 dort Dozentin und Supervisorin, seit 1998 Vorstandsmitglied. Diverse Veröffentlichungen über Selbsterfahrung in der VT, Supervision und die Integration körperorientierter Verfahren in die VT.
Literatur
Forschungen in den kognitiven Wissenschaften, der Neurophysiologie und vor allem im Bereich der affektiven Neurowissenschaften haben gezeigt, wie wichtig körperliche Erfahrungen für die Selbstregulierung und Interaktion mit anderen im sozialen Kontext sind. Emotionen versorgen uns mit zentralen Schnittstellen-Funktionen für Regulierungsprozesse. Einfühlungsvermögen und Mitgefühl sind grundlegende Fähigkeiten für eine wirksame Psychotherapie die von einer stützend-empathischen therapeutischen Beziehung massgeblich abhängt. Emotionen sind in der KPT verstanden als komplexe und vollständig verkörperte Sensoren für Veränderungen in unserer unmittelbaren Umgebung. Sie helfen uns dabei, verschiedene Aspekte der Physiologie, der Wahrnehmung, des Verhaltens und der Motivation so anzupassen, dass sie die Fähigkeit verbessern, mit schwierigen Situationen fertig zu werden. Erlebnisorientierte Psychotherapien wie die KPT betonen die Wichtigkeit von emotionalen (Affekt-) Regulationsprozessen, von Wahrnehmung and nonverbaler Komunikation sowie die therapeutische Relevanz von Re-Inszenierungen oder von ausdrucksvollem Verhalten.
Literatur
- Frank Röhricht (2000) Körperorientierte Psychotherapie psychischer Störungen, Hogrefe
- Maren Langlotz-Weis (2019) Körperorientierte Verhaltenstherapie, Reinhardt-Verlag
Sa., 07.11. und So., 08.11.2026,
jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
Der ermäßigte* Preis liegt bei 344,00 €.
Bitte beachten Sie: An Sonntagen gibt es Zugangsbeschränkungen im Center Tempelhofer Hafen. Unser Fortbildungsinstitut ist an diesen Tagen nur barrierearm erreichbar, der Zugang kann daher erschwert sein. Wir empfehlen, dies bei Ihrer Planung zu berücksichtigen.
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