Mentalisieren ist die Fähigkeit, sich auf innerpsychische (mentale) Zustände (wie z.B. Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse) von sich selbst und anderen zu beziehen, diese als dem Verhalten zugrundeliegend zu begreifen und darüber nachdenken zu können. Mentalisieren stellt eine Entwicklungserrungenschaft dar, für welche Spiegelungsprozesse und das „Spiel mit der Realität“ des Kindes im Rahmen sicherer Bindungsbeziehungen eine wesentliche Voraussetzung bilden.
Als schulenübergreifendes und transdiagnostisches Konzept bildet Mentalisieren die Grundlage der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT). Die MBT ist ein evidenzbasiertes Psychotherapieverfahren, das als Einzel- und Gruppentherapie Anwendung findet. MBT wurde für Borderline- und andere Persönlichkeitsstörungen entwickelt, eignet sich für die ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlung auch von Patientinnen und Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen. Für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist die MBT evidenzbasiert und wird von sämtlichen Leitlinien inklusive der deutschen S3 Leitlinie als Behandlungsverfahren erster Wahl empfohlen.
Haltung und Technik der MBT zielen darauf ab, Mentalisieren in einem sicheren Bindungskontext unter sorgfältiger Balance des affektiven Erregungsniveaus (wieder-) herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten. Der Fokus liegt auf interpersonellen Situationen innerhalb und außerhalb der Therapie und die Elaboration und Fokussierung der erlebten Affekte. Der Therapeut ist dabei authentisch erlebbar und stellt seinen eigenen mentalen Prozess für die gemeinsame Reflexion zur Verfügung.
Dieser Kurs ist durch das Anna Freud Center London (A. Bateman/P. Fonagy) anerkannt und wird entsprechend zertifiziert.
Zielgruppe
Approbierte PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PädagogInnen, Pflegepersonal, ErgotherapeutInnen, Köper- und BewegungstherapeutInnen und weitere klinisch tätige Berufsgruppen
Ziele
Theoretische Grundlagen der MBT verstehen und hilfreiche Aspekte in die eigene therapeutische Praxis übertragen können
Nach dem Basiskurs kennen die Teilnehmer*innen
- die mit der MBT verbundene Haltung
- die strukturellen Bestandteile und das Vorgehen in der MBT inklusive der Prinzipien der MBT-Gruppentherapie
Sie können
- non-mentalistische Modi erkennen
- Interventionen aus dem Spektrum der MBT abgestimmt auf die Mentalisierungskapazität anwenden
Inhalte
Einführung in das Mentalisierungskonzept, das Störungsmodell und Störungsdiagnostik der MBT von Persönlichkeitsstörungen, die MBT-spezifische Haltung und Technik zur Förderung von Mentalisieren. Das Psychoedukations- und Gruppenkonzept der MBT werden vorgestellt. Der Transfer in die Praxis bildet einen wichtigen Bestandteil des Kurses.
Methoden
Unterricht mit Handouts, Videos, Rollenspiele
Literatur
- Euler S (2021). Mentalsieren bei Persönlichkeitsstörungen. Klett-Cotta
- Taubner, S., Bateman, A. W. & Fonagy, P. (2019). Mentalisierungs-Basierte Therapie Göttingen: Hogrefe
Do., 02.07., Fr., 03.07. und Sa., 04.07.2026,
jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr
Do., 28.01., Fr., 29.01. und Sa., 30.01.2027,
jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr
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