PTBS Kinder- und Jugendalter 4, Teil 9: Behandlung von komplexen Trauma­folge­störungen und komorbider Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen: Trauma­bearbeitung durch Narrative Expositions­therapie (KIDNET)

Hinweis: Jeder Kurs ist einzeln buchbar, das heißt Sie sind nicht verpflichtet das ganze Curriculum zu buchen.




Das Curriculum "Spezielle Psychotraumatherapie des Kindes- und Jugendalters" an der AWP Berlin dient der Vermittlung von grundlegender therapeutischer Kompetenz zur Behandlung von traumatisierten Kinder und Jugendlichen. Die Inhalte und der Aufbau der Kurse orientieren sich an den Richtlinien der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT).


Personen, die die Eingangsvoraussetzungen der DeGPT erfüllen, können durch Absolvieren des Curriculums die Zusatzqualifikation „Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen (DeGPT)” erwerben. 


Das Curriculum "Spezielle Psychotraumatherapie des Kindes- und Jugendalters“ an der AWP Berlin ist bei der DeGPT zertifiziert.

Weitere Informationen zur Zertifizierung finden Sie hier

Kinder und Jugendliche mit chronischen und komplexen Traumafolgestörungen haben meist nicht nur einzelne traumatische Erfahrungen gemacht, sondern erlebten anhaltende körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung, impulsive und inkonsistente Erziehungspraktiken und sozialen Schmerz, wie z.B. Abweisung und Ablehnungserfahrungen. Einige waren über lange Zeiträume traumatischen Kriegs- und Fluchterfahrungen ausgesetzt und erlebten nicht selten alle genannten Grausamkeiten gleichzeitig. Dies führt zwangsläufig zu einer Aggregierung von Belastungen und traumatischen Stressoren, welche die seelische Entwicklung und Gesundheit der betroffen Kinder und Jugendlichen zerstören. In sensu Exposition und die narrative Restrukturierung nicht nur des Traumagedächtnisses für Einzelereignisse, sondern der gesamten Biographie, sind in der Lage, Symptome bei trauma-überlebenden Kindern und Jugendlichen effektiv zu reduzieren. Angesichts der hohen Prävalenz von Vernachlässigung und Gewalt gegen Kinder bedarf es geeigneter Kurzzeit-Behandlungsmodule. Die Narrative Expositionstherapie (NET) wurde ursprünglich zur Behandlung von Opfern organisierter Gewalt und zur Behandlung von traumatisierten Kriegsflüchtlingen entwickelt. Aufbauend auf den Ergebnissen der NET bei Erwachsenen wurde eine kindgerechte Form der NET, KIDNET, entwickelt, die auf denselben theoretischen Grundlagen basiert, im therapeutischen Vorgehen aber zusätzliche kreative Elemente beinhaltet. KIDNET hat sich als ein effizientes Behandlungsverfahren erwiesen, das geeignet ist, dysfunktionale Gedächtnisrepräsentationen multipler Traumata gezielt zu bearbeiten und die kindlichen Ressourcen zu aktivieren, während eine wertschätzende, empathische Beziehung zum/zur TherapeutIn Bindungsstörungen entgegenwirkt.


Zielgruppe

Psychologische und Ärztliche PsychotherapeutInnen, Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen, PsychologInnen, ÄrztInnen, und andere Berufsgruppen des psychosozialen Bereichs, die mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeiten bzw. ihre therapeutische Expertise im Bereich Traumafolgestörungen erweitern möchten.

Ziele

Im Rahmen des Kurses sollen die theoretischen Grundlagen der KIDNET ebenso wie die praktischen Vorgehensweisen vermittelt werden.

Inhalte

· Grundlagen der KIDNET: spezielle Eignung bei multipler Traumatisierung und für komplex traumatisierte Kinder und    Jugendliche, (neuro)biologische und gedächtnistheoretische Grundlagen des Verfahrens, Modell der Verteidigungsreaktion und Konsequenzen für verschiedene Arten und Tiefen der Dissoziation bei multipel traumatisierten Kindern und Jugendlichen, Ableitung des Behandlungsrationals
· Anpassung und Durchführung der Psychoedukation
· Die Technik der Lebenslinie innerhalb der KIDNET
· Erarbeitung traumatischer Ereignisse innerhalb der KIDNET
· Abschließen der KIDNET
· Einpassung der KIDNET in einen umfangreicheren Behandlungsprozess
· Umgang mit Herausforderungen während der PTBS Behandlung mit KIDNET
  (z.B. übersetzungsgestützte Therapie, Komorbiditäten, Schuld und Scham, Dissoziation)

Methoden

·      partizipativer Theorievortrag
·      Handouts
·      Demonstrationen
·      Videobeispiele
·      Fallbeispiele
·      Gruppenübungen
·      Einüben von Techniken in Rollenspielen 
       anhand eigener Erfahrungen unter Supervision
·      fachlicher Austausch

Literatur

Schauer, M., Neuner, F., Elbert, T. (2005, 2011) Narrative Exposure Therapy (NET). A Short-Term Intervention for Traumatic Stress Disorders. Cambridge/ Göttingen: Hogrefe & Huber Publishers. ISBN: 978-0-88937-388-4.
Schauer, M., & Elbert, T. (2010). Dissociation Following Traumatic Stress. Zeitschrift Für Psychologie / Journal of Psychology, 218(2), 109–127. https://doi.org/10.1027/0044-3409/a000018

Sa., 24.02. und So., 25.02.2024,
jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr

Dozent:innen
Dr. Verena Ertl
Kurs-Nummer
06-87
Fortbildungs­punkte
16
Unterrichts­einheiten
16
375,00 €
ausgebucht

Der ermäßigte* Preis liegt bei 300,00 €.

accessibility
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Weitere Kurs-Termine:

Fr., 07.08. und Sa., 08.08.2026,
jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr

Dozent:innen
Dr. Verena Ertl
Kurs-Nummer
08-87
Fortbildungs­punkte
16 (Zertifizierung beantragt)
Unterrichts­einheiten
16
430,00 €

Der ermäßigte* Preis liegt bei 344,00 €.

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